Samuel Bravmann (1880 - 1958)

Salomon & Regina Bravmann, Eppingen 1935Samuel Bravmann wurde am 26. Juni 1880 in Unteraltertheim bei Würzburg geboren. Seit 1903 war er in Eppingen als israeltischer Religionslehrer und Chasan (Vorbeter) der jüdischen Gemeinde tätig.

Er heiratete am 27. Juni 1904 in Eppingen Regina Ettlinger (1882 - 1945). Ehepaar hatte 4 Kinder, Siegfried (*1905), Elsa (*1907), Max (*1909) und Ruth (*1914). Die Kinder wanderten schon 1934 aus. Die Eltern blieben zunächst noch in Eppingen, obwohl Samuel Bravmann schon seit 1933 kein Gehalt mehr vom Staat bekam. Nach einem Schlaganfall von Samuel Bravmann 1937 und der Pogromnacht vom 9. November 1938, bei der er verhaftet und für über einen Monat ins KZ Dachau gebracht wurde, entschlossen sie sich doch, nach Palästina zu emigrieren. Dies gelang auch noch.

Samuel Bravmann wurde vom israeltischen Oberrat in Karlsruhe als Repräsentant der jüdischen Gemeinde Steinsfurt bestimmt, weil Josef Weil, deren bisheriger Vorsitzender, im April 1939 Deutschland illegal verlassen hatte. Daher unterzeichnete Samuel Bravmann am 10. Juli 1939 die Auflassung auf dem Grundbuchamt Sinsheim. Dies dürfte seine letzte amtliche Handlung vor der Auswanderung gewesen sein, denn das Ehepaar traf am 1. August 1939 in Palästina ein.

Grab von Samuel Bravmann in HeidelbergNachdem sein Frau Regina 1945 in Jerusalem verstorben war, kehrte Samuel Bravmann 1950 nach Deutschland zurück und lebte noch einige Jahre in seinem Eppinger Haus, das er zurückerhalten hatte. Er starb in einem jüdischen Alterheim in Heidelberg am 28. Mai 1958.

 

Quellen:

Sophie Betz,Sarah Sachsenheimer: Samuel Bravmann (aus: Jüdisches Leben im Kraichgau. Zur Geschichte der Eppinger Juden und ihrer Familien. Hsg.  Heimatfreunde Eppingen, 2006)

Grundbuchamt Sinsheim: Akten zum Synagogen-Grundstück

Bilder und weitere Hinweise: Michael Heitz