Kaufmann, Sofie geb Weil (1877 - 1942)

Sofie Weil wurde am 23. Januar 1887 in Steinsfurt geboren.

Ihr Vater war Leopold Weil (* 21. Oktober 1847 in Steinsfurt, ✡ 27. Dezember 1920 in Karlsruhe), ihre Mutter war Johanna geb Billigheimer (* 9. Dezember 1852 in Rappenau, ✡ 18. Februar 1933 in Karlsruhe), die immer Hannchen genannt wurde. Die Eltern hatten am 25. April 1876 in Heidelberg geheiratet. Sie hatten 10 Kinder:
Sofie,
Ida (* 1878 in Steinsfurt, ✡ 1878 in Bruchsal),
Frieda (* 1879 in Bruchsal), Max (* 1880, ✡ 1880, beides in Bruchsal),
Siegmund (* 25. Mai 1881 in Bruchsal),
Mathilde (* 4. März 1883 in Bruchsal). Sie und ihr Ehemann Isidor Frank wurden in Piaski ermordet.
Nathan (* 1882 in Bruchsal.✡ 6. Oktober 1937 in Ottersweier)
Lina (* 1887 in Bruchsal). Sie wurde im Außenlager Riga Ghetto des KZ Riga-Jungfernhof ermordet.
Rosalie (* 1888 in Bruchsal, ✡ 1888 in Muggensturm).
Berta Carola (* 1889 in Muggensturm). Sie wurde in Auschwitz ermordet.

Leopold Weil war ein Alteisen- und Lumpenhändler. Mehrfach zog er um und begann seine Tätigkeit an einem neuen Ort: Steinsfurt – Bruchsal (1878) – Muggensturm bei Karlsruhe (1888) – Colmar (1897). Nach dem 1. Weltkrieg wurden Leopold und Hannchen Weil aus dem Elsaß vertrieben. Sie wohnten danach bis ihrem Tod in Karlsruhe.

Am 22. Mai 1906 zog Sofie von Colmar nach Köln und heiratete.
Ihr Ehemann Moritz (Moyses) Kaufmann war am 30. April 1881 in Lapanow (in Kleinpolen, das damals österreichisch war) geboren worden. Gräber der Familie Kaufmann in KölnSeine Eltern waren Joachim (Jochanan) Kaufmann (* 7. März 1852 in Lapanow, ✡ 21. Februar 1925 in Köln) und Charlotte (Zlata) geb Karton (* 1. Juni 1852 in Rozdziele in Kleinpolen, ✡ 11. April 1936 in Köln). Moritz Eltern hatten vor 1880 noch in Kleinpolen geheiratet und hatten 4 Kinder, die alle in Lapanow geboren wurden:
Moritz,
Gustav (Gerschen) (* 12. Oktober 1884, ✡ 15. Januar 1925 in Köln),
Sara (Zurtel) (* 19. Februar 1887, ✡ 24. Juni 1981 in Porto Alegre)
Leo (* ca 1891, seit 1911 in New York).

Joachim Kaufmann war als Altmetallhändler in Köln tätig, wobei er mehrfach den Ort des Geschäftes verlegt, das zuletzt in der Zülpicher Straße war. Bei seinem Tod besaß er mehrere Häuser und eine Manufakturwarenfabrik.

Moritz Kaufmann war zur Zeit seiner Heirat Prokurist in der Firma seines Vaters. Nach dessen Tod gründete er zusammen mit Hermann Kaufmann die Firma „Moritz & Hermann Kaufmann“, die mit „Altmetall, Flaschen etc” handelte. Allerdings ging die Partnerschaft 1928 auseinander. Moritz und seine Frau zogen nach Köln-Kalk in die Vietorstraße 16, wo Moses Kaufmann am 25. März 1930 starb.Grab von Moritz Kaufmann auf dem Friedhof Köln

Sofie blieb zunächst in der Vietorstraße wohnen. 1936 zog sie um in die Friedrichstraße. Im Adressbuch 1939 ist ihre Adresse schließlich „Kaufmann, M, Wwe, o.G.” in der Engelbertstraße 23 – das Haus wurde später als ein Ghettohaus verwendet.

Am wurde sie mit dem „8. Transport“ ins Ghetto von Lodz deportiert. In der Transportliste wird ihr Beruf als „Flickfrau“ angegeben. In Lodz wohnte sie in der Richterstraße (ul. Mickiewicza) 11, Wohnung 1. Ihr Beruf wird hier als „Näherin“ angegeben.

Am 10. Mai 1942 wurde sie ins Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno) verbracht. Dort wurde sie wahrscheinlich sofort ermordet. Sie wurde 65 Jahre alt.

 

Memorials

Der Eintrag im Bundesarchiv hat die Nummer 1575683

Der Eintrag in der Datenbank von Yad Vashem hat die Nummer: 4570256

 

Quellen

Standesamtregister und zusätzliche Mitteilungen der Archive in Steinsfurt, Bruchsal, Muggensturm, Karlsruhe, Colmar und Köln

Bilder vom Friedhof in Köln-Bocklemünd: Jüdische Synagogengemeinde Köln